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Michael Preece
Michael Preece
 
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Michael Preece (Mitte) mit Brad Harris und Larry Pennell
   
Michael Conway Preece, geboren 1936 in Los Angeles, ist der Regisseur, der die meisten Folgen des unvergessenen Fernsehklassiker DALLAS in Szene setzte. Seine Karriere im Film begann Preece in den 1950er Jahren in Hollywood als Script Supervisor (englisch für Skript-Überwachung bzw. –Leitung), dann folgten einige schauspielerische Tätigkeiten und schließlich der Wechsel ins Regiefach. Michael Preece avancierte zu einem der erfolgreichsten US-amerikanischen Fernsehregisseure.
 
Michael, wie sind Sie zum Filmgeschäft gekommen?
Meine Mutter war Geschäftsvertreterin für eine Schuldner-Vereinigung. Sie und eine Freundin arbeiteten für einen Script Supervisor. Das war in 1936, meinem Geburtsjahr. Vierzehn Jahre danach kam ich in die Gesellschaft, wie auch schon mein Vater. Er sagte zu mir, ich kann dir den ersten Job verschaffen, danach bist du aber selbst verantwortlich. Dann gab es ein Angebot von Disney. Es ging um die Verwertung von Kinofilmen für das Fernsehen. Walt Disney war als einer der ersten in Hollywood selbst ins Fernsehgeschäft eingestiegen. Es gab soviel Arbeit, dass Disney dafür laufend neue Mitarbeiter suchte. So kam es, dass ich in die Disneystudios wechselte und einige Monate als Script Supervisor tätig war. Die erste Produktion hieß WATERFRONT (1954), u. a. spielte Altstar Preston Foster da mit. Es folgte die Polizeiserie SHERIFF OF COCHISE mit einem Hauptdarsteller namens John Bromfield. 1958 kam ich über Kontakte zu einer Fernsehserien-Produktion nach Deutschland. Ich arbeitete neun Monate in Deutschland, in dieser Zeit wurde dort auch mein Sohn Gary geboren. CITIZIEN SOLDIER lautete die Serie. Am Set lernte ich auch meinen langjährigen Freund Brad Harris kennen, der übrigens später in DALLAS einige Male mitspielte.
 
Sie haben als Script Supervisorauch bei Kinoarbeiten wie MEN IN WAR (Tag ohne Ende, 1956) gearbeitet…
Ja, das war bevor ich die Chance bekam, nach Deutschland zu gehen. Regie bei MEN IN WAR führte Anthony Mann. Wir machten den Film in 26 Tagen, hier in der Umgebung von Los Angeles.  
 
Wie war diese Arbeit an einer solchen Produktion mit Schauspielern wie Robert Ryan?
Das war eher eine kleine Filmproduktion. Bei allem wurde gespart. Wir fuhren mit einem Bus jeden Morgen an den Set. Es gab keine Limousinen, keine Ankleideräume. Der Regisseur wusste zwar, dass er große Stars in dem Film hat, trotzdem handelte es sich um eine Low-Budget-Produktion. Zügig heruntergedreht.
 
Anthony Mann galt als routinierter Fachmann…
Ein talentierter, aber einfacher Regisseur. Einfach effektiv!
 
Haben Sie auch für Westernfilme gearbeitet?
Ja, für einige. Ich war z.B. bei HOW THE WEST WAS WON (Das war der wilde Westen, 1961) mit von der Partie.
 
Das war der Monumentalwestern mit mehreren Regisseuren…
Richtig. Ich war bei den Aufnahmen, die Henry Hathaway drehte, dabei. Die beiden anderen Regisseure waren Henry Ford und George Marshall.
 
Gibt es eine spezielle Erinnerung an diesen Dreh?
Henry Hathaway war als zäher Mann bekannt. Er mochte mich aber, zeigte es mir aber nie… Es gab ferner im Second-Unit-Team einen bekannten Stuntman, der bei einer im Monument Valley gefilmten Szene von einer Lokomotive fiel und sich das Bein brach, was natürlich sehr schlecht war. Das war Bob Morgan, zu jener Zeit mit der Schauspielerin Yvonne De Carlo verheiratet. Mit Hathaway arbeitet ich auch bei dem Western 5 CARD STUT (Todfeinde, 1968) zusammen…
 
… Robert Mitchum spielte darin die Hauptrolle…
sowie Dean Martin und Inger Stevens.
 
War Robert Mitchum im richtigen Leben genauso cool wie auf der Leinwand?
Ja! Er genoss es, Mariuhana zu rauchen. Eines Morgens fuhr er bei mir im Wagen mit. „Bob“, so nannte man ihn, nahm auf dem Rücksitz Platz, rauchte seine Pfeife. Während der Fahrt beugte er sich nach vorne und fragte: „Willst Du auch eine?“ (lacht) Aber er vergaß nie ein Wort seines Dialoges. „Bob“ Mitchum war sehr professionell.
 
Haben Sie ihn nach diesem Film wieder gesehen?
Das war unser einziger gemeinsamer Film. Einige Jahre danach begegnete ich ihm wieder und er erinnerte sich an mich und vieles andere bei unserer gemeinsamen Arbeit, an „den Film mit der kleinen Wirkung“. „Bob“ konnte hervorragend Geschichten erzählen. Das waren tolle Storys, die aber, so glaube ich, alle wahr waren. Ich erinnere mich besonders gerne an seine Erzählungen über Erlebnisse in mexikanischen Bars. Einfach gute Geschichten!
 
Wie war Dean Martin?
Der Beste. Ein sehr spaßiger, im Umgang einfacher Kerl. Bei uns am Set trank er kaum etwas. Oft trank er sicherlich auch nur für die Shows, ich jedenfalls habe ihn nicht als Trinker erlebt!
 
John Wayne, haben Sie den auch kennen gelernt?
Mit ihm arbeitete ich bei TRUE GRIT (Der Marshall, 1969) zusammen. Ein sehr geschätzter Mensch in unserem Land, der viele Werte verkörperte. Er hätte sicherlich das Zeug zum Präsidenten gehabt. Er mochte aber keine Minderheiten, trotzdem war er aber auch mit einer Südamerikanerin verheiratet. Ob er für unser Land aber gut gewesen wäre, weiß ich nicht. Ich vertrete andere Meinungen als er. – Bei den Dreharbeiten war er schon älter und fühlte sich auch nicht so wohl. Das machte sich bei einigen Aufnahmen bemerkbar. Wayne mochte keine Ratschläge am Set, weder vom Regisseur noch von jemandem anderen. Er hatte aber einige Probleme, etwa wenn er aus dem Sattel stieg. Der „Duke“ half sich dabei mit einer Box, damit er leichter absteigen konnte. Eines Tages machte jemand ein Foto davon. (lacht) John Wayne nahm sein Gewehr, das aber natürlich mit Platzpatronen geladen war, richtete es auf den Fotografen und stoppte den Kerl damit. Natürlich war das ungefährlich, er wollte den anderen nur weghaben. „Mach dich fort von hier,“ rief er noch. Im Film sah natürlich niemand diese Box und es sah aus wie immer, wenn er vom Pferd stieg.
 
Sie haben selbst in Western als Schauspieler vor der Kamera gestanden…
Auch das stimmt. Ich spielte 1967 in GUNSMOKE (Rauchende Colts) mit. Schon bei der Fernsehserie GILLIGAN’S ISLAND hatte ich als Schauspieler mitgewirkt. Sie wussten, dass ich mich sozusagen in der Warteschlaufe befand. So kam ich in eine Folge von GUNSMOKE. Das Skript habe ich noch.
 
Wie fanden Sie die Arbeit als Schauspieler?
Das war okay. Ich ritt auf einem Pferd. In meinen Szenen spielte aber nicht „Marshall Matt Dillon“ alias James Arness. Ich wirkte in einer Gruppe Bösewichte mit.
 
Kamen Sie für die Militärserie CITIZIEN SOLDIER erstmals nach Deutschland?
Ja. Zunächst wohnten wir im Columbia-Hotel in München. Da blieb ich aber nur ein bis zwei Tage in der Woche, den Rest verbrachten wir auf dem Armeegelände in Hohenfels, zwei Stunden von München. Fünfeinhalb Drehtage pro Woche gab es da, dann ging es zurück nach München. Der Aufenthalt hat mir sehr gut gefallen. Ich liebe das deutsche Essen.
 
Später kamen Sie auch nach Rom…
Für die Fernsehserie I SPY. Ich liebte Italien. Während der Arbeit an der Serie reiste ich viel in dem Land herum. Aber ich besuchte auch andere ferne Länder. So flog ich nach Hongkong, dann weiter nach Tokio. Habe die Welt also ein bisschen gesehen. In Europa besuchte ich ferner Griechenland und Spanien, auch ging es rüber nach Marokko.
 
Wie kamen Sie zur Serie DIE STRASSEN VON SAN FRANCISCO?
Ich arbeitete für die Serie HAWAII FIVE-0. Meine Frau arbeitete bei der Produktion als Haarstylistin, ich wieder als Script Supervisor. Für über ein Jahr waren wir Teil des Drehteams. Natürlich ist Hawaii wunderbar. Aber nach einer Weile wird es langweilig auf der Insel. Die Arbeit verlief wie ein Kreislauf, immer dasselbe. Der Produzent Quinn Martin bot mir dann an, für seine neue Serie THE STREETS OF SAN FRANCISCO (Die Straßen von San Francisco) zu arbeiten. Das brachte weitere Vorteile. Vom Schauplatz dieser Serie war es näher nach Los Angeles. Da konnte ich sogar meine Mutter hinholen. Und Karl Malden und Michael Douglas mochten mich.
 
Und Sie wurden zum Regisseur!
Ich saß bei einer Autoszene auf dem Rücksitz eines Wagens und gab da bei einigen Dialogen auch Ratschläge. Das kam gut an und so übertrug man mir für eine Episode die Regie.
 
Was können Sie zu Karl Malden und Michael Douglas sagen?
Oh, die waren komplett unterschiedliche Charaktere. Michael war eine Art junger Playboy, Karl hingegen ein gestandener Schauspieler. Er half Michael eine Menge bei dessen Spiel. Michael arbeitete hart. Er fuhr bei vielen Szenen selbst das Auto, zeigte viel Einsatz. Dazu kam Karls professionelles Spiel.
 
Gibt es eine spezielle Erinnerung?
Nun, eines Tages kam Quinn Martin an den Set und besuchte die Schauspieler. Er kam in seiner Limousine an. Karl Malden meinte zu mir: „Frag ihn nicht. Ich weiß was du willst. Das regeln wir.“ Keine zwei Woche später führte ich erstmals Regie.
 
Es folgen viele Arbeiten für das amerikanische Fernsehen…
Über eine Bekannte von Michael Douglas, die Produzentin war, kam ich zu einer weiteren Episodenregie. Für Quinn Martin folgten weitere Arbeiten. So begann das alles.
 
Eine der vielen Serien war TRAPPER JOHN, M.D. mit Pernell Roberts…
Das stimmt. Pernell kannte ich schon von HAWAII FIVE-O. Wir hatten eine problemlose Zusammenarbeit. Ich machte, was er wollte. (lacht) So gab es keine Probleme.
  
Dallas-Team
Michael Preece mit J.R., Bobby und Sue Ellen
  
Wie kamen Sie dann zu DALLAS?
Produzent der ersten Folgen war Leonard Katzman. Ich sollte von Anfang an die Regie übernehmen, hatte aber für Quinn Martins Serie THE RUNAWAYS zugesagt. Ich dachte auch nicht, dass Katzmans Serie länger laufen würde. Wie das nun einmal so ist, lief THE RUNAWAYS letztlich nur eine Saison, bot aber wirklich gute Geschichten um einen Psychologen, der Ausreißern half. Katzman sagte zu meiner Entscheidung nur: „Okay.“ DALLAS wurde zu einem riesigen Erfolg, von THE RUNAWAYS haben viele nie etwas gehört. Zwei Jahre später fragte Katzman nochmals an und gab mir eine Episode. Meine Arbeit kam an und so machte ich weitere Episoden.
 
Haben Sie die meisten Episoden von DALLAS gemacht?
Insgesamt waren es 75 Folgen, mehr machte keiner.
  
Dallas 2
Freunde am Set
   
Bei den Dreharbeiten in Texas haben Sie, wie ich aus früheren Gesprächen weiß, sehr viel schwitzen müssen…
Da war es extrem heiß. Die Schauspieler begaben sich nur für die Szenen in die Sonne, dann ging es rasch wieder heraus aus der Sonne. Wenn wir auf der Ranch am Pool drehten, dirigierte ich das Geschehen oft aus der klimatisierten Küche. (lacht) Ich sagte den Schauspielern was sie machen sollten und schaute mir das dann von oben an.
 
Wie war die Arbeit mit den Schauspielern?
Ganz normal. Ich kann mich über niemanden beschweren.
  
Dallas
"Da geht es lang!"
   
Das ist schön. Kommen wir zu einigen Darstellern: Was können Sie zu Larry Hagman sagen?
Es machte Spaß mit ihm zu arbeiten. Larry hat einen wunderbaren Sinn für Humor. Er sorgte für Stimmung am Set, ist aber auch ein Gentleman und seriös. Ich erinnere mich, wie er nach Jim Davis Tod das Team wieder aufrichtete. Alle waren sehr traurig, aber er half bei den Aufnahmen. – Was Larry aber auch mochte, war bereits am Morgen Alkohol zu trinken.
 
Patrick Duffy?
Der war Larry ähnlich. Er las nur einmal das Drehbuch und konnte dann seinen ganzen Dialog. Ein sehr guter Kerl!
 
Und die weiblichen Hauptdarstellerinnen?
Den besten Kontakt hatte ich zu Linda Gray. Aber auch mit Victoria Principal kam ich gut zurecht und habe nur die besten Erinnerungen. Ich würde gerne schlechte Dinge über die Schauspieler sagen, aber das kann ich nicht. (lächelt) Wir treffen uns immer noch in Abständen. Gerade letzte Woche gab es ein kleines Treffen mit einigen der Seriendarsteller.
 
Sie sind die große DALLAS-Familie…
Oh ja, einige von uns haben im September Geburtstag. Larry Hagman, Linda Gray und ich selbst.
  
Dallas
Ein Team
  
Bei den Dreharbeiten war das also der „Geburtstagsmonat“…
Das gab immer eine Menge Partys, auch am Set. Einmal feierte ich mit vielen vom Team bei mir zu Hause.
 
Die Southfork Ranch ist eine der bekanntesten Filmlocations aller Zeiten. Wie lang waren Sie während der Saison dort?
Für eine Saison waren wir da ungefähr zweieinhalb Monate zum Drehen. Es wurde ein Bündel Drehbücher mitgenommen. Man kann natürlich nicht alles für eine solche Serie im Studio drehen. Obgleich schon Teile der Ranch, so auch das Swimmingpool, im Studio nachgebaut waren. Alles schaute exakt gleich aus.
 
Können Sie uns vielleicht noch eine Anekdote von Ihrer DALLAS-Zeit berichten?
Eine Geschichte die mir einfällt ist, geschah als Donna Reed die Rolle der Mutter von Barbara Bel Geddes übernahm. Der Besetzung war gesagt worden, so zu spielen, als sei nichts verändert worden. Und das taten sie dann auch. Ein Produzent beharrte kurz darauf, dass Bobby dasselbe Pferd ritt, das er in den Jahren zuvor geritten hatte. Sie konnten das Pferd aber nicht finden. Es gehörte einem Texas-Rancher, der es in der Zwischenzeit an jemanden in Oklahoma verkaufte. Das Ganze geriet zu einer großen Sache, nun das Pferd wieder zu finden. Patrick Duffy meinte: „Wenn es die Leute kaum kümmert, dass ich eine andere Mutter habe, warum sollte es auffallen, dass ich ein anderes Pferd reite.“ Sie brachen die Suche ab und fanden ein Pferd, das dem Alten ähnlich sah... Eine andere Erinnerung passierte zu der Zeit der Handlung, als Mama letztendlich die Tatsache akzeptierte, dass Jock tatsächlich tot war. Da gab es eine Szene, in der Mama mit der Familie an einem Tisch saß. Alle saßen still da, Mama kam herab, ging in die Küche und begann mit Töpfen und Pfannen zu werfen und zerbrach das Geschirr. An dem Morgen kam Barbara zu mir, damit ich Patrick und Larry bat, sie mögen sich professionell am Set verhalten. Das war eine sehr dramatische Szene für Barbara und sie benötigte dafür volle Konzentration. Normalerweise war es so, wenn wir eine Essenszene am Tisch drehten, dass es zwischen den Schauspielern sehr spaßige Essenskämpfe gab. Sie versuchten etwa Erbsen mit dem Löffel schleudern oder mit der Spitze der Gabel ein dickes Stück Brot unter Victorias Kleid zu bugsieren. Egal, ich bat die Jungs diesmal brav zu sein. Sie versprachen es! Barbara bat auch Leonard Katzman darauf einzuwirken, dass sie sich benahmen. Es wurde sehr still am Set. Die Klappe fiel und ich sagte ein sehr leises: „Action.“ Eine sehr genau getimte Erbse mit Kartoffelbrei traf Barbara rechts an der Stirn. Die ganze Besetzung schaute so unschuldig. Wir fuhren fort mit der Szene und Barbara machte einen großartigen Job. Alle blieben Freunde. Es war eine wunderbare Gruppe von Menschen, mit der ich arbeitete.
 
Wenn Sie heute zurückblicken, wie würden Sie die Zeit mit DALLAS beurteilen?
Ich weiß nicht, warum DALLAS ein solcher Erfolg wurde. Wir werden es nie richtig erfahren. Aber es war eine gute Story, und jeder hatte seine Freude daran. Sie enthielt alle wichtigen Bestandteile für eine erfolgreiche Serie. Dramatik, Liebe und Kontinuität. Aber immer wieder kamen auch neue Personen in die Geschichte. Produzent Katzman sagte mir ganz am Anfang einmal: „Vereinfacht dargestellt ist das die Story zweier Familien, meiner und deiner.“ (lacht)
 
Was denken Sie zu den Plänen eines DALLAS-Kinofilmes?
Ich habe davon gehört. Aber das ist wohl noch immer im Planungsstadium. Mittlerweile ist John Travolta für J.R. Ewing vorgesehen. Dieser Film wird aber nicht das werden, was die Fernsehserie DALLAS war.
 
Nach DALLAS haben Sie u. a. auch BAYWATCH gemacht?
Ja, aber nur eine Episode. Das war okay, aber nicht das Glücklichste in meinem Leben. Ich mochte diese Arbeit, denn wir drehten nahe meines Wohnortes. Aber es war nichts Spezielles für mich. (lacht)
 
Dagegen haben Sie viele Episoden von WALKER TEXAS RANGER mit Chuck Norris gedreht?
Das war eine gute Erfahrung. Eine sehr gute! Chuck arbeitet sehr hart. Ein geborener Schauspieler. Wie Patrick Duffy weiß Chuck genau was zu machen ist und ist bestens vorbereitet. Er mag es aber, Szenen auf seine Weise zu verändern. Er ist aber ein wunderbarer Kerl.
 
Die Serie bedeutete für Sie wieder Dreharbeiten in Texas…
Ich mag Texas sehr gerne. Das bedeutete aber wieder Drehs mit viel Schweiß unter der Sonne.
 
Ihre aktuelle Serie ist 7th HEAVEN…
Genau. Ich mache aber nicht so viele Folgen. Schön ist, dass nur in Los Angeles und Santa Monica für diese Serie gefilmt wird. 7th HEAVEN ist eine Familienserie, es gibt keine Actionszenen. Es ist wieder mehr wie zu Zeiten von DALLAS. Viele Szenen entstehen im Haus der Familie, in deren Küche. Die Familie steht wieder im Mittelpunkt. – Da es verschiedene Regisseure gibt, wird hier Episode um Episode abgedreht. Für eine Episode haben wir sieben Tage Zeit. Früher war es mehr, aber sie kürzten das Budget.
 
Wie lange haben Sie im Schnitt an einer DALLAS-Episode gearbeitet?
Auch sieben Tage. Bei der Serie MACGYVER mit Richard Dean Anderson hatten wir acht Tage zur Verfügung plus zwei Tage für die Second Unit. Da war das Budget höher. Wir filmten auch in Kanada, in Vancouver und British Columbia. Der hohe Dollar ermöglichte damals mehr Drehzeit für eine Episode.
 
Wie sehen Sie eigentlich die Arbeit in der Traumfabrik Hollywood?
Ich mache das nun schon mein ganzes Leben. Die Leute sagen, es hat sich über die Jahre soviel geändert. Es macht nicht mehr den Spaß, den es Mitte der fünfziger Jahre machte. Es gibt große Unterschiede zur damaligen Zeit. Aber natürlich gibt es auch heute große Filmemacher, wie Steven Spielberg, die Trends vorgeben. Und die Arbeit an sich, ist im Grunde die gleiche geblieben… Heute habe ich mehr Erfahrung, so dass es für mich leichter ist. Man hört mehr auf mich. (lächelt)
 
Ich hoffe noch viele weitere Episoden unter Ihrer Regie sehen zu können.
 
Vielen Dank für das Gespräch.
 
Reiner Boller
© 2007
(Erstveröffentlichung: „Dallas Press“ 2/2008, Magazin des Dallas Fan Club Stuttgart 1991)